Neuregelung Berufszulassungen

920 Mitgliedsunternehmen im Vermittlerregister eingetragen

Vom Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienrichtlinie (Richtlinie 2014/17/EU), das am 21. März 2016 in Kraft getretenen ist, sind Unternehmen betroffen, die gewerbsmäßig den Abschluss von Immobilienkreditverträgen vermitteln oder Dritte zu solchen Verträgen beraten. Solche Immobiliardarlehensvermittler mussten innerhalb eines Jahres eine (Arbeits-) Erlaubnis nach § 34 i GewO einholen, eine Berufshaftpflicht-Versicherung nachweisen und sich in ein öffentliches Vermittlerregister eintragen lassen, sonst drohte der Entzug der Berufszulassung.
Bisher haben sich 920 Mitgliedsunternehmen bei der IHK Potsdam in das öffentliche Vermittlerregister eingetragen. 240 Vermittler haben die Sachkunde zum „Geprüften Immobiliardarlehens-vermittler/-in IHK“ abgelegt.

Besonders strenge Regelung für Deutschland

Die Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde von zahlreichen Mitgliedern der Branche scharf kritisiert, nicht zuletzt da die Umsetzung in Deutschland aus deren Sicht restriktiver als in anderen EU-Ländern umgesetzt wurde. Zwischenzeitlich haben die Bundesregierung zahlreiche Vorschläge zur Nachbesserung der Richtlinie erreicht. Diese werden derzeit von den zuständigen Bundesministerien geprüft.


FAQ: Immobiliardarlehensvermittler-Richtlinie


Haben Sie Fragen zum Thema? Unserer Ansprechpartner für die Branche helfen Ihnen gern. Die wichtigsten Fakten haben wir ein einem FAQ für Sie zusammengefasst.

 

Kann ich jetzt noch meine Erlaubnis beantragen?

 

Alle Unternehmer der Branche, die bisher eine Erlaubnis nach § 34 c Abs. 1 GewO besaßen, mussten diese bis zum 21. März 2017 in eine § 34 i GewO-Zulassung umwandeln lassen. Die Frist ist jedoch leider abgelaufen. In Brandenburg übernimmt dies nun die jeweilige Gewerbebehörde. Diese leitet die Registrierungsanträge dann an die IHK weiter.


Wo ich mich in das öffentliche Vermittlerregister eintragen?

Die Industrie- und Handelskammern übernehmen die Eintragung im öffentlichen Vermittlerregister. Mitarbeiter und leitende Angestellte, die bei der Beratung und Vermittlung als Immobiliardarlehensvermittler mitwirken, haben Geeignetheit und fachliche Eignung ihrem Arbeitgeber nachzuweisen und sind in das IHK-Register einzutragen.


Wer nimmt die Sachkundeprüfung ab?


Neben der notwendigen Zuverlässigkeit und den geordneten Vermögensverhältnissen müssen Immobiliardarlehensvermittler nun auch eine Berufshaftpflichtversicherung (oder eine gleichwertige Garantie) sowie die Sachkunde nachweisen. Die Abnahme der Sachkundeprüfung zur/ zum „Geprüfte/-r Fachfrau/-mann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK“ erfolgt durch die IHK Potsdam. Auch erfolgreich nachgewiesene Berufsabschlüsse, wie z. B. „Bankauffrau/-mann“ oder „Immobilienkauffrau/-mann“ sind von Sachkundeprüfung befreit.
Für Unternehmer, die mindestens seit dem 21.03.2011 über eine Erlaubnis nach § 34 c Abs. 1 GewO verfügen und beratend und vermittelnd tätig waren, galt die so genannte Alte-Hasen-Regelung. Das bedeutet, für Sie entfiel der notwendige Nachweis der Sachkundeprüfung. Auch hier ist die Frist abgelaufen

 

Ab wann werden Sachkundeprüfungen angeboten?

 

Die IHK Potsdam bietet die Sachkundeprüfung „Geprüfte/-r Fachfrau/-mann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK“ ab dem 22. September 2016 (bundeseinheitlicher Prüfungstermin) an. Kontakt: Frau Bärbel Wittkowski

Hintergrund: Chronologie der Neuregelungen

Seit 2007 durchläuft die Gewerbeordnung für Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler, Makler (Immobilien), Bauträger, Baubetreuer nach § 34 c GewO schrittweise Neuregelungen einzelner Berufszweige. Ziel der Reform ist es, den Verbraucherschutz zu stärken und mehr Transparenz zu schaffen. Nach der Herauslösung der Versicherungsbranche (2007/2008) § 34 d GewO und der Finanzdienstleister (2013) § 34 f GewO, und der Reform der Immobilienkreditbranche (2016) §34 i, ist nun geplant, die Immobilienmakler und Wohneigentumsverwalter (WEG-Verwalter) vom §34 c neu zu regeln.

Ausblick: Wie geht’s weiter?

Am 29.03.2017 fand eine öffentliche Anhörung zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum statt. Der DIHK war hier u. a. als sachverständiger Experte geladen. Demnach haben gewerbliche Immobilienvermittler einen Sachkundenachweis zu erbringen. Wohnungseigentumsverwalter haben darüber hinaus eine Berufshaftpflichtversicherung vorzuhalten. Sofern das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden soll, muss dies bis Ende Juni 2017 erfolgen, danach finden bis zur Bundestagswahl keine Sitzungen mehr statt. Die IHK wird das Verfahren begleiten und Sie informieren.