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Carnet ATA/CPD

Video: Carnet einfach erklärt

Was ist ein Carnet A.T.A.?

Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zollpassierscheinheft, dass der Vereinfachung der Zollformaliäten bei der vorübergehenden Verwendung bestimmter Waren im Ausland dient. Dies sind Messegüter, Berufsausrüstung sowie Warenmuster. Länderspezifisch kann es allerdings Einschränkungen oder Erweiterungen geben. Die Besonderheiten der einzelnen Carnetländer finden Sie rechts unter "Mehr zu diesem Thema".

Vorteile des Carnet A.T.A.

Eine Zahlung oder Hinterlegung von Zöllen und sonstigen Abgaben in den Einfuhr- bzw. Transitländern entfällt. Carnets bieten zusätzlich den Vorteil einer zügigen Grenzabfertigung bei beliebig häufiger Benutzung während der Gültigkeitsdauer von einem Jahr.

Wer stellt Carnets A.T.A. aus?

In Deutschland hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Funktion des Zollbürgen übernommen und die Industrie- und Handelskammern zur Ausstellung von Carnets A.T.A. ermächtigt. Das damit verbundene Risiko, das der DIHK in dieser Funktion trägt, ist durch einen Rückversicherungsvertrag bei der Euler Hermes Deutschland AG abgedeckt.

Wer kann ein Carnet A.T.A. beantragen?

Alle natürlichen Personen, Unternehmen und Körperschaften des öffentlichen Rechts im Bezirk der jeweiligen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Welche Kosten entstehen?

Dem Antragsteller entstehen Kosten für den Vordruck, die Ausstellung des Carnets durch die IHK sowie ein Versicherungsentgelt. Die Höhe des Versicherungsentgeltes richtet sich nach dem Warenwert. Ab dem 1.11.2015 erhöht sich das Versicherungsentgelt um rund 5 %.
Was deckt die Versicherung ab?
In jedem Vertragsstaat haftet ein "Bürgender Verband" für die Bezahlung etwaiger Einfuhrabgaben. In Deutschland ist dies der Deutsche Industrie- und Handelskammertag; die Industrie- und Handelskammern sind berechtigt, in seinem Namen Carnets auszugeben. Um das damit verbundene Risiko abzudecken, wurde mit der Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA eine Rückversicherung abgeschlossen. Hieraus resultiert auch die Einschaltung und das Mitspracherecht der Euler Hermes beim Carnet-Verfahren. Das an Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA abgeführte Versicherungsentgelt ist für die Rückversicherung des Zollbürgen. Es deckt weder eine Transportversicherung noch eventuell anfallende Abgaben beim Verbleib der Ware im Ausland. 

Welche Länder sind am Carnet A.T.A.-Verfahren beteiligt?

In mehr als 35 Staaten außerhalb der Europäischen Union - alle Carnetanwendungsländer befinden sich als Auflistung vorn auf dem Carnet-Deckblatt - können Waren unter Deckung eines Carnet A.T.A. verwendet werden. Vor dem Ausfüllen eines Carnet A.T.A. Vordruckes prüfen Sie die speziellen Anforderungen des Empfangslandes! Detaillierte Informationen zu den landesspezifischen Besonderheiten erhalten Sie von Ihrer IHK.
Aktuelle Änderungen gibt es bei Carnets für die Türkei. Es wird eine von der IHK beglaubigte und vom Konsulat überbeglaubigte Vollmacht verlangt. Bitte setzen Sie sich dazu rechtzeitig mit Ihrer IHK in Verbindung!
Besonderheit - Carnet C.P.D. für Taiwan:
Die vorübergehende Ausfuhr von Waren nach Taiwan kann nur mit dem Carnet C.P.D. erfolgen.
Gültigkeitsdauer des Carnet A.T.A.
Das Carnet ist grundsätzlich ein Jahr gültig. Innerhalb dieser Zeit sind beliebig viele Ausfuhren der im Carnet bezeichneten Waren möglich. Bitte prüfen Sie vor Antritt einer bzw. mehrerer beabsichtigter Reisen, ob das Carnet genügend Blätter enthält. Es ist zu empfehlen, immer je ein zusätzliches Einfuhr und Wiederausfuhrblatt bzw. Transitblätter als Reserve einzufügen. Bitte stellen Sie das Carnet mit gelben, weißen und blauen Einlegeblättern (Einfuhr-, Ausfuhr-, Transitblätter) in der Reihenfolge der beabsichtigten Verwendung zusammen.
Gemäß Ratsverordnung der EG wird jede Ausfuhr aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft sowie Wiedereinfuhr in die EG kontrolliert. Für derartige Abfertigungen befinden sich jeweils gelbe Aus- und Wiedereinfuhrblätter im Carnet. Bei mehreren Reisen sind auch zusätzliche gelbe Blätter einzulegen. Die weißen Einlegeblätter sind für die Abfertigungen zur vorübergehenden Einfuhr und anschließender Wiederausfuhr im Zielland bestimmt.
Blaue Transitblätter sind immer für die Durchfuhr eines Landes bzw. für die Anweisung zu Messe- oder Binnenzollämtern erforderlich. Für eine Transitabfertigung werden zwei Blätter gebraucht. Deshalb werden diese paarweise ausgestellt. Sofern im Einzelfall nicht genau feststeht, über welche Länder der Versand stattfindet, ist es ratsam, dem Carnet ein oder zwei Blattpaare mehr einzufügen.

Bearbeitungsweg

  1. Ausfüllen und Unterzeichnung des Carnetvordruckes und der Einlageblätter sowie den Antrages durch den Antragsteller oder seinen Bevollmächtigten.
  2. Vorlage dieser Unterlagen bei der zuständigen IHK.
  3. Die im Carnet aufgeführten Waren sind zusammen mit dem bewilligten und mit Dienstsiegel und Unterschrift der IHK versehenen Carnet vor dem Versand bzw. der Verwendung im Ausland einem deutschen Zollamt, möglichst dem örtlich zuständigen Ausfuhr- bzw. Binnenzollamt zur "zollamtlichen Eröffnung" und zur "Nämlichkeitssicherung" der Ware/n vorzuführen. Die entsprechenden Vermerke zur "Identitätssicherung" nimmt das deutsche Zollamt in den dafür vorgesehenen dunkelunterlegten Feldern auf den Seiten eins und zwei vor. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten der Zollabfertigungsstellen und Abfertigungsdauer auf Flughäfen!
  4. Bitte fertigen Sie sich vor Antritt der Reise, aber nach der Nämlichkeitssicherung, eine Kopie des Carnetdeckblattes mit Warenliste und Nämlichkeitsvermerk an. Dies kann bei Problemen im Umgang mit dem Carnet eine Hilfe sein.
  5. Veränderungen in einem Carnet, auch das Einfügen von zusätzlichen Einlegeblättern in laufende Carnets, sind nur unter Einschaltung der zuständigen IHK zulässig.
Achtung: Für ausfuhrgenehmigungspflichtige Güter ist auch bei Verwendung eines Carnets eine Ausfuhrgenehmigung des Bundesamt für Wirtschaft und Exportkontrolle (BAFA) in Eschborn erforderlich.

Hinweise zur Zollbehandlung

Bei Abfertigung an einem Grenz- oder Binnenzollamt des Einfuhrlandes (Einfuhr, Ausfuhr oder Transit) prüfen Sie bzw. der beauftragte Reisende bitte unverzüglich die Eintragungen des Zollbeamten und achten Sie bitte insbesondere auf die korrekte Eintragung der mitgeführten Warenpositionen und mögliche verkürzte Wiederausfuhrfristen. Eingetragene Fristen sind unbedingt einzuhalten. Ist sofort zu übersehen, dass diese Frist nicht ausreicht, um Änderung der Frist ersuchen. Stellt sich später heraus, dass die Frist zu kurz ist, vom nächsten Zollamt des Einfuhrlandes Frist verlängern lassen.
Bei Verkauf und Verzollung von Carnet-Ware im Ausland immer das Carnet vorlegen und die Verzollung darin eintragen lassen. Verzollungen bitte rechtzeitig, möglichst einige Wochen vor Ablauf der Wiederausfuhrfrist auf den Namen des ausländischen Kunden einleiten. Bitte hierbei beachten, dass Einfuhrabgaben eventuell durch Präferenzdokumente, wie EUR.1 oder Ursprungserklärungen ermäßigt werden können.
Denken Sie bitte daran, dass im Falle eines endgültigen Verbleibs von Carnet-Ware im Ausland der zollrechtliche Status wechselt Aus einer vorübergehenden Ausfuhr wird eine endgültige Ausfuhr. Der deutsche Zoll benötigt deshalb nachträglich eine Ausfuhranmeldung!

Nach Beendigung der Reise

Die Carnets sind der IHK unaufgefordert zurückzureichen - sobald sie nicht mehr benötigt werden - spätestens bei Ablauf der Gültigkeitsdauer. Bei offensichtlich nicht ordnungsgemäß abgefertigten Carnets oder sonstigen Unregelmäßigkeiten und Problemen im Zusammenhang mit der Verwendung eines Carnet A.T.A. nehmen Sie bitte Kontakt mit dem zuständigen Carnet-Bearbeiter der IHK auf. Bei unkorrekter Verwendung des Carnet A.T.A. drohen Zollforderungen des Auslandes. Die IHK kann ggf. bei erforderlichen Bereinigungen helfen.

Grundsätzliche Hinweise zum Ausfüllen des Carnet A.T.A.-Vordruckes

  • Carnets sind in Maschinenschrift (Schreibmaschine, PC) auszufüllen. Handschriftliche Carnets werden im Ausland nicht akzeptiert. Entsprechende Vorlagen für das Ausfüllen finden Sie unter 'Downloads".
  • Wenn der Platz auf der Rückseite des Carnets (Allgemeine Liste) nicht ausreicht, sind die offiziellen Zusatzblätter zu verwenden. Kommerzielle Listen (Excel-Tabellen, Packlisten usw.) sind in den internationalen Abkommen nicht vereinbart worden!
  • Keine Übermalungen
  • Keine Streichungen mit Tip Ex
  • Änderungen sind leserlich zu streichen
  • In keinem Fall dürfen nachträglich und eigenmächtig Änderungen im Carnet A.T.A. vorgenommen werden!
  • Landesspezifische Besonderheiten sind zu beachten, bitte fragen Sie Ihre IHK 
Ausfüllen des Antrages auf Ausstellung eines Carnet A.T.A. - Bitte nutzen Sie ausschließlich den aktuellen Antrag rechts unter den Downloads!
linker Teil:
Auszufüllen von natürlichen Personen und nicht im Handelsregister eingetragenen Unternehmen im IHK-Bezirk Potsdam
(z. B. Kleingewerbetreibende, Privatpersonen).
rechter Teil:
Auszufüllen, wenn ein Carnet A.T.A. für Unternehmen oder eine Körperschaft des öffentlichen Rechts im IHK-Bezirk Potsdam ausgestellt werden soll (z. B. GmbH, AG, eingetragene Vereine, Hochschulen).
Folgende Felder müssen zusätzlich ausgefüllt sein:
  • Bankverbindung (IBAN, BIC, Name der Bank)
  • Verwendungszweck (Berufsausrüstung, Ausstellung und Messen, Warenmuster)
  • Länder
    • in die die Ware versandt wird
    • alle Durchfuhrländer
  • rechtsverbindliche Unterschrift vom Firmeninhaber, Geschäftsführer oder bevollmächtigter Person (lt. Unterschriftshinterlegung bei der IHK)
  • Firmenstempel
Rückseite:
Die "Allgemeine Liste" der im Carnet aufgeführten Waren muss mit der Warenliste in allen Einlageblättern und der Rückseite des Antrags identisch sein. Bitte nicht benötigten Platz entwerten (Buchhalternase). Jeder Warenposition muss ein Wert in Euro zugeordnet werden. In die "Allgemeine Liste" bitte nur die Waren eintragen, die nach der vorübergehenden Verwendung im Ausland unverändert zurückkommen. Verbrauchsgegenstände, wie beispielsweise Kataloge, Prospekte, "give-aways" oder ähnliches bitte nicht angeben.
Ausfüllen des Carnet A.T.A.-Vordruckes
Die stark umrahmten Felder im Carnet und den Einlegeblättern sind für Eintragungen der IHK Potsdam und der Zollverwaltung vorgesehen, bitte hier nicht eintragen!
Feld A: Hier bitte den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des "Carnet Inhabers" (Antragsteller) eintragen.
Feld B: Dieses Feld ist für Name und vollständige Anschrift desjenigen, der Carnet und Waren dem ausländischen Zoll vorführt. Sollten mehrere oder nicht im vorhinein feststehende Personen in Frage kommen, schreiben Sie in dies Feld bitte "gemäß besonderer Vollmacht" und händigen dem Reisenden bzw. dem Beauftragten sodann eine entsprechende mit vollständiger Anschrift versehene Vollmacht aus. Das Muster einer Vollmacht erhalten Sie auf Wunsch bei der IHK Potsdam.
Feld C: Hier ist die beabsichtigte Verwendung anzugeben, z. B. Messegut, Warenmuster oder Berufsausrüstung. Ist das ausgestellte Carnet für eine bestimmte Ausstellung oder Messe vorgesehen, empfiehlt es sich, die genaue Bezeichnung einzusetzen.
Alle sonstigen vom Carnet-Benutzer abzugebenden Erklärungen in den Carnet-Einlageblättern unter "D, E, F" bitte erst unmittelbar bei den Zollabfertigungen - Ausfuhr, Einfuhr, Wiederausfuhr, Wiedereinfuhr, Eröffnung bzw. Erledigung des Transits abgeben. Die Einlegeblätter unterschreibt der im Feld B genannte "Reisende" bzw. vom Carnet-Inhaber Bevollmächtigte mit Ort und Datumsangabe zum Zeitpunkt der Zollabfertigung, am besten im Beisein des Zollbeamten!
Für die Ausstellung des Carnets unterschreibt der Carnet-Antragsteller rechtsverbindlich, ggf. mit Firmenstempel, den "Antrag auf Ausstellung eines Carnet A.T.A." und das grüne Carnet-Deckblatt im Feld unten rechts bei "Unterschrift des Inhabers".
Ausfüllen der 'Allgemeinen Liste' (jeweils Rückseite):
Spalte 1
  • Waren mit laufender Nr. versehen
  • Waren einzeln angeben
  • Zusammenfassung von Waren der gleichen Art ist zulässig
Spalte 2
  • handelsübliche Warenbezeichnung der Artikel inkl. Seriennummern, Typenschildern etc.
  • eventuelles Anfügen von Fotos (z. B. Schmuck, Kunstwerke)
Spalte 3: Angabe der Stückzahl
Spalte 4: Angabe des Gewichtes (in der Regel kg) bzw. Gesamtstückzahl
Spalte 5: Handelswert der Waren im Inland in Euro
Spalte 6: Ursprungsland nach dem ISO-Ländercode
Am Ende der Liste sind die Spalten 3, 4 und 5 jeweils zu summieren.
Die "Allgemeine Liste" der im Carnet aufgeführten Waren muss mit der Warenliste in allen Einlageblättern und der Rückseite des Antrags identisch sein. Bitte nicht benötigten Platz entwerten (Buchhalternase). In die "Allgemeine Liste" bitte nur die Waren eintragen, die nach der vorübergehenden Verwendung im Ausland unverändert zurückkommen. Verbrauchsgegenstände, wie beispielsweise Kataloge, Prospekte, "give-aways" oder ähnliches bitte nicht angeben.
Unter 'Downloads' erhalten Sie ein Muster des Carnet A.T.A.-Vordruckes!
Weitere Informationen und Anleitungen zur Verwendung des Carnets finden Sie auf den Seiten 3-4 des grünen Umschlagblattes und im Merkblatt der Euler Hermes Deutschland AG unter 'Externe Links' .
Abfertigungszeiten
Die Ausstellung von Carnet A.T.A. erfolgt von Montag bis Freitag von 09:30 bis 14:30 Uhr und nach vorheriger Vereinbarung.

Alternative zum Carnet

Nimmt ein Land nicht am Carnet-Verfahren teil, haben Sie grundsätzlich die Alternative der vorübergehenden Verwendung mit Hinterlegung einer Sicherheit.
1. Ausfuhr der Waren (aus der BRD bzw. der EU)
Warenstatus: Freiverkehrsware (Gemeinschaftsware) d. h. Ware muss verzollt und versteuert sein (Ware muss nicht Eigentum, aber im Besitz des Ausführers/Verbringers sein).
1.1. Proformarechnung
mit Vermerk:
Zur vorübergehenden Verwendung/Einfuhr...
für die Messe/Ausstellung...
von Berufsausrüstung...
von Warenmustern..."
"Kein Handelswert - nur für Zollzwecke"
(eine Einladung beizulegen wird empfohlen)
in Englisch:
"Temporary importation...
for fair/exhibition...
of professional equipment...
of commercial samples..."
"No commercial value - only for customs purposes"
(eine Übersetzung der Einladung ist zu empfehlen)
Bitte beachten Sie:
•verschiedene Länder (z. B. Saudi Arabien, VAE) verlangen bei Einfuhren (auch vorübergehenden) die Einhaltung sämtlicher Vorschriften (gem. Konsulats- und Mustervorschriften)
•bei Auslandsmessen ggf. Messeorganisator fragen
•für Einfuhren in Präferenzländer Warenverkehrsbescheinigung bzw. Ursprungserklärung auf der Rechnung beifügen
1.2. Elektronische Ausfuhranmeldung
Ab einem Warenwert von 1.000 Euro oder einem Gewicht von 1.000 kg müssen Sie die vorübergehende Ausfuhr der Ware beim Zoll anmelden. Die Zollanmeldung erfolgt elektronisch über das Zollsystem ATLAS-Ausfuhr oder über die Internetzollanmeldung.
Zweistufiges Ausfuhrverfahren (möglich bei jedem Warenwert)
•Ausfuhranmeldung erstellen
•Vorabfertigung durch deutsches zuständiges Binnenzollamt. Die Vorabfertigung geschieht entweder •beim Zollamt selbst
•im Unternehmen. Hierfür stellen Sie mit der Ausfuhranmeldung einen "Antrag auf Gestellung außerhalb des Amtsplatzes". Entweder der Zoll kommt zur Vorabfertigung in Ihren Betrieb oder er gibt Ihnen die Ware ohne Beschau auf elektronischem Weg zur Ausfuhr frei. Hierfür bitte einen Tag Zeit einplanen.
•Abfertigung durch jedes EU-Grenzzollamt möglich
Einstufiges Ausfuhrverfahren (nur möglich bei einem Warenwert unter 3.000 Euro)
•Vorabfertigung durch deutsches zuständiges Binnenzollamt nicht erforderlich
•Abfertigung bloß durch die Grenzzollstelle möglich, die vorher in der Ausfuhranmeldung genannt werden muss. Bei der Internetausfuhranmeldung funktioniert das einstufige Verfahren nur mit einer deutschen Grenzzollstelle. Eine andere als die genannte Grenzzollstelle kann die Daten nicht aufrufen!
IHK-Tipp: Wählen Sie das zweistufige Ausfuhrverfahren, damit erhalten Sie sich eine größere Flexibilität hinsichtlich der gewählten Route. Dies ist in Kombination mit der Beschau der Waren im Unternehmen (Gestellung außerhalb des Amtsplatzes) möglich.
Bei der Ausfuhranmeldung sind folgende Codierungen zu beachten:
•Art des Geschäfts: Code 69
•Verfahren: Code 2300
•Besondere Vermerke: ggf. Ausfuhrgenehmigung des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
1.3. INF.3 (Rückwarenregelung Auskunftsblatt 0329)
Das INF.3 Auskunftsblatt (erhältlich bei der IHK) benötigen Sie, um bei der Wiedereinfuhr in die BRD bzw. die EU nachzuweisen, dass Sie die Ware zuvor ausgeführt haben. Es fallen dann bei der Wiedereinfuhr keine Zollabgaben an. Legen Sie das ausgefüllte INF.3-Auskunftsblatt bei der Abfertigung der Ware dem Zoll vor. Sie erhalten das Original und eine Kopie zur Vorlage bei der späteren Wiedereinfuhr.
Bitte beachten Sie folgende Hinweise zum Ausfüllen des INF.3 Auskunftsblatts:
•Für die Nämlichkeitssicherung durch den Zoll sind die genaue Warenbeschreibung (Handelsübliche Bezeichnung, Hersteller, Serien-Nummer, etc.) (Feld 4) und die Statistische Warennummer (Feld 9) unbedingt erforderlich.
•Bei mehreren Warenpositionen empfiehlt es sich, Kopien der Proformarechnung mit statistischen Warennummern dreifach dazu zu heften. Vermerk im Feld 4 und 9 "siehe beiliegende Kopie der Proformarechnung".
•Übrige Felder 1-11 korrekt ausfüllen
Ein Musterbeispiel des Auskunftsblatts INF.3 haben wir hier hinterlegt.
2. Einfuhr in das Drittland
2.1. Proformarechnung (siehe oben)
Bei der Einfuhr in das Drittland sollten Sie die Proformarechnung wie oben beschrieben vorlegen.
2.2. Nationale Einfuhrpapiere des jeweiligen Einfuhrlandes
Sie melden beim Zoll des jeweiligen Einfuhrlandes mit den entsprechenden nationalen Zollpapieren eine vorübergehende Einfuhr an. Hierbei müssen Sie eine Sicherheitsleistung oder Kaution hinterlegen. (Barsicherheit in der jeweiligen Landeswährung oder Bürgschaft eines nationalen Bankinstituts des Einfuhrlandes). In manchen Ländern müssen Sie für die Abwicklung der Einfuhr einen Zollagenten einschalten.
3. Ausfuhr aus dem Drittland
3.1. Ausfuhranmeldung, Freigabe der Sicherheitsleistung
Bei vollständiger und unverändertete Wiederausfuhr der vorübergehend importierten Ware wird die Kaution (teilweise) wieder freigegeben.
4. Wiedereinfuhr in die EU
Die Einfuhr von Ware als so genannte Rückware ohne Zollabgaben ist nur unter folgenden Bedingungen möglich (Zollkodex-DVO "Rückware" Art. 844 ff)
•Ware muss in unverändertem Zustand sein
•Wiedereinfuhr muss innerhalb von drei Jahren ab Ausfuhrdatum erfolgen
4.1. INF.3
Als Nachweis, dass es sich um Rückware handelt, sind die Durchschriften des INF.3, die bei der Ausfuhr abgefertigt wurden, bei der Eingangszollstelle der EU vorzulegen. (Zollkodex-DVO Art. 850 ff.)
4.2. Einfuhranmeldung
Bei der Einfuhranmeldung sind folgende Codierungen zu beachten:
Feld 37
Code 6123 F01 (in Deutschland)
Code 6323 F01 (in einem anderen Mitgliedsstaat der EU)
Feld 24 Code 69
Feld 44 das beiliegende INF.3 muss in folgender Weise codiert werden C 605 Nr. ... vom ...