Neue Märkte: Sansibar & Tansania

Kurs setzen auf Ostafrikas Märkte

Potsdam hat jetzt eine Städtepartnerschaft mit Sansibar-Stadt. Zudem engagiert sich unser Partner, der Ausbildungsverbund Teltow, für die Berufsbildung vor Ort. Der halbautonome Inselstaat Sansibar unmittelbar vor dem tansanischen Festland bietet für deutsche Unternehmen Potenziale in einem bislang wenig erschlossenen Markt und Zugangsmöglichkeiten auf das tansanische Festland. Dort feiert die deutsche Wirtschaft 2017 die Eröffnung einer Niederlassung im Netzwerk der deutschen Auslandshandelskammern. Gute Anker- und Anknüpfungspunkte für Brandenburger Unternehmen mit Kurs auf neue Märkte.

Sansibar und Tansania kurz vorgestellt:

Als zweitgrößte Volkswirtschaft Ostafrikas bietet Tansania bietet eine interessante Ausgangsbasis für geschäftliche Aktivitäten Brandenburger Unternehmen in Afrika. Das Land ist sowohl Teil der East African Community – einem Staatenbund und gemeinsamem Markt mit über 170 Millionen Einwohnern – wie auch der Southern African Development Community, was den Zugang auf die Märkte am südlichen Ende des Kontinents ermöglicht.
Das Land gilt im regionalen Kontext als gefestigte Demokratie. Auch auf Sansibar hat die Wiederholung einer im ersten Durchgang annullierten Wahl nicht, wie befürchtet, zu anhaltenden Protesten und politischem Stillstand geführt. Als teilautonomer Staat verfügt Sansibar über eine weitreichende Selbstverwaltung. Im Umkehrschluss entfalten Reformen und Fortschritte auf dem Festland kaum Wirkung. Infolgedessen wirkt die die Insel in vielen Lebensbereichen erheblich weiter entfernt von Tansania als die wenigen Kilometer, die es vom Festland trennen. Landwirtschaft und Fischfang bilden auch heute die Erwerbsgrundlage für über 70 Prozent der Bevölkerung. Gleichzeitig ist der Tourismus als Jobmotor und Devisenquelle von zunehmender Bedeutung.
Sansibar und Tansania unterscheiden sich hinsichtlich Entwicklungsstand und Wachstumsbranchen. Das Pro-Kopf-Einkommen auf Sansibar liegt mit 937 US$ noch etwas unterhalb des tansanischen Durchschnitt – Tendenz in beiden Fällen steigend:

Ihre Marktchancen in Tansania & Sansibar:

Unbeirrt wächst Tansanias Wirtschaft seit 2013 jährlich um rund sieben Prozent und wird diesen Pfad den Prognosen nach auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Somit wachsen fortlaufend die Marktchancen für Anbieter von angepassten Produkten und Dienstleistungen. Bislang ist die deutsche Wirtschaft vergleichsweise unterrepräsentiert, woraus sich angesichts der Nachfragestruktur erhebliche Potenziale ergeben – dies gilt verstärkt für das der tansanischen Küste vorgelagerte Sansibar. Das Handelsvolumen zwischen Tansania und dem Bundesland Brandenburg bewegte sich in den letzten Jahren unterhalb einer Millionen Euro. Demgegenüber spiegeln jedoch Bereiche mit erheblichen Bedarfen Stärken der Brandenburger Wirtschaft, so z.B. Energie- und Wasserversorgung, IKT, Ernährungs- und Landwirtschaft.

 

Tourismus


Gemeinsam ist Festland wie den Inseln des Sansibar-Archipels die große Bedeutung des Tourismus. Auf dem Festland locken Kilimanjaro und Serengeti-Wüste. Die Gewürzinsel Sansibar wiederum verfügt mit kilometerlangen Sandstränden und einer zunehmenden Zahl großer Urlaubsressorts. Es befinden sich derzeit verschiedene Ressorts in Planung und Bau. Dieser Trend dürfte auch in den kommenden Jahren anhalten. Marktchancen ergeben sich sowohl für Betreiber als auch für vor und nachgelagerte Bereiche: Vermehrt kommen moderne Energie- und Umwelttechnologien zum Einsatz, etwa zur autarken Stromversorgung oder Meerwasserentsalzung.

Logistik und Infrastruktur


Der Tiefwasserhafen Daressalam (Dar-El-Salaam)  gehört zu den umschlagreichsten des Kontinents. Ein Gros der Lieferungen in die benachbarte Binnenländer wie die Burundi, die Demokratische Republik Kongo oder Ruanda passieren das Land. Ein weiterer Ausbau der Hafen- und anschließenden Transportlogistik – vielfach finanziert über multinationale Förderinstitutionen – bieten Marktchancen im Bereich der Planung und Umsetzung von Infrastruktur- und weiteren Bauprojekten. Sanierungs- und Ausbaubedarf besteht auch Bereich des Flugverkehrs,

Energie


Tansania verfügt erhebliche Erdgasvorkommen und möchte die Gasindustrie in den kommenden Jahren entsprechend entwickeln. Notwendige Mittel sollen anteilig auch internationale Investoren einbringen. Der Gassektor hält einen entsprechenden Anteil der prognostizierten Investmentzuwächse von 8,2. 7,2 bzw. 9,7 Prozent für die Jahre 2016 bis 2018. Mit russischen Partnern wird zudem der Uranabbau vorangetrieben – und auch die erstmalige Errichtung eines Atomkraftwerks geplant.
Für die Elektrifizierung mittels netzunabhängiger Kleinanlagen (off-grid) sind indessen deutsche Technologien gefragt. Das Berliner Unternehmen Mobisol etwa hat bereits über 30.000 tansanische Haushalte mit PV-Anlagen ausgestattet. Der Markt ist aus mehreren Gründen attraktiv: Die Nachfrage ist enorm – noch 2015 verfügte nicht einmal jeder fünfte Bewohner Ostafrikas über einen Stromanschluss. Mit Einstrahlungswerten von bis zu 2.200 kWh/qm/Jahr sind zudem die natürlichen Bedingungen geradezu ideal.
Nicht zuletzt bestehen vielfältige Förder- und Finanzierungsoptionen. Mit 200 Mio USD unterstützt etwa die Weltbank das Tanzania Rural Electrification Expansion Program. Politischer Wille der tansanischen Regierung ist es, die Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Energiequellen in ländlichen Regionen von aktuell 33 MW auf 780 MW zu erhöhen.

Rohstoffe und Bergbau


Tansania hat das Potenzial zu einer führenden Bergbaunation aufzusteigen: Neben Kohle verfügt das Land über große Vorkommen an Graphit, Gold, Diamanten und Phosphat – Experten sehen zudem Investitionschancen u.a. bei Kupfer, Nickel und Metallen der Seltenen Erden und Kaolin. Neben schwankenden Exportpreisen haben indessen die unzureichende Infrastruktur und administrative Hürden ein stärkeres Engagement internationaler Konzerne verhindert, das notwendig wäre, um das bestehende Potenzial auszuschöpfen. Marktchancen bestehen denen im besonderen für Maschinen- und Anlagenbauer sowie Technologie- und Dienstleistungsanbieter im Bereich Sicherheit und Umwelttechnologie.

Aus der Mark in die Welt: Tansania und Sansibar

Seit den 70er Jahren bestehen zwischen Sansibar und der Region um Potsdam vielfältige Beziehungen auf zivilgesellschaftlicher, kommunalpolitischer und wirtschaftlicher Ebene. Seit mehreren Jahren haben zusätzliche Initiativen diese Grundlage verstärkt: Eine seit 2011 bestehende Klimapartnerschaft zwischen Potsdam und Zanzibar Town entwickelt sich aktuell zu einer langfristig angelegten Städtepartnerschaft. Seit 2017 setzt zudem der Ausbildungsverbund Teltow, Ausbildungszentrum der IHK Potsdam, eine „Berufsbildungspartnerschaft“ durch, die durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird.

Auch auf Bundesebene führt das vermehrte Interesse an Tanzania führt auch auf Bundesebene zu einem verstärkten Engagement: Erstmals seit 1993 erfolgte 2016 die Organisation eines Gemeinschaftsstands deutscher Unternehmen an der Daressalam International Trade Fair (DITF) SABA SABA.. 2017 feiert zudem die deutsche Wirtschaft die Eröffnung einer Niederlassung im Netzwerk der deutschen Auslandshandelskammern.
Allesamt gute Anker- und Anknüpfungspunkte für Brandenburger Unternehmen mit Kurs auf neue Märkte.
Über langbestehende institutionelle wie persönlich gewachsene Kontakte bestehen verschiedenste Anknüpfungsmöglichkeiten. Unter anderem bestehen Vermittlungsmöglichkeiten und Fördermöglichkeiten für Brandenburger Unternehmen, die ihren Azubis zeitweise einen Aufenthalt vor Ort ermöglichen möchten. Engagement Global fördert die Teilnahme junger Unternehmensgründer bei der Autumn School for Sustainable Entrepreneurship in Dar-es-Salaam.
Aus der Hauptstadtregion hat bislang Berlin die Nase vorn beim Geschäft mit ostafrikanischen Partnern: Mit Innovationsgeist und unternehmerischem Wagnis hat Mobisol weite Kapitel seiner Erfolgsgeschichte in Tansania geschrieben. Das Berliner Unternehmen africrops! ist im deutschsprachigen Raum Spezialist für die Erzeugung und Vermarktung urafrikanischer Agrarprodukte wie Moringa, Baobab und Hibiskus

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